Empfehlungen
zur Einführung von QM


I. Hintergrund

Mit Überarbeitung der gesetzlichen Grundlage durch das Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz (GMG, Januar 2004) wurde im SGB V die Verpflichtung zur Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement deutlich betont. So sehen die §§ 135 bis 137 für Vertragsärzte und Krankenhäuser nicht nur Maßnahmen zur Qualitätssicherung als obligat an, sondern erweitern diese bislang nur für Krankenhäuser bestehende Verpflichtung um die Notwendigkeit der Einführung und Weiterentwicklung eines internen Qualitätsmanagementsystems auch für Kassenarztpraxen. Der Gesetzgeber erhofft sich, durch diese zielgerichteten und systematischen Verfahren die Versorgungsqualität zu gewährleisten und kontinuierlich zu verbessern.

In Vertragsarztpraxen ist hinsichtlich der erfolgten Umsetzung von QM-Systemen von Kontrollen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen und ggf. auch die Gewerbeaufsichtsämter auszugehen. Erste Ansätze haben diesbezüglich breit angelegte Kontrollen in OP-Zentren und Endoskopie-Praxen erkennen lassen.

Zur Einführung und/oder Bewertung von Qualitätsmanagement-Systemen in Krankenhäusern und Vertragsarztpraxen stehen derzeit verschiedene Modelle zur Verfügung (Tabelle1, Auswahl).

QM-Modell/System Art der "Überprüfung" Hauptvorteil Hauptnachteil
EFQM®/EQAa Selbst- oder Fremdbewertung umfassendes QM-System (TQMb) keine flächendeckende Infrastruktur zur Bewertung im Gesundheitswesen
DIN EN ISO 9001ff.c Audit (Zertifizierung) gute Infrastruktur für die Zertifizierung, justiziabel relativ schwer "übersetzbar" für Kliniken und Praxen
KTQ® d Visitation spezifisch für Krankenhäuser entwickelt für Praxen derzeit noch in einer Pilotphase
QM-System der KVWL (KPQ)e Qualitätsbericht/Validierung "pragmatischer" Ansatz zur Implementierung und Zertifizierung in Vertragspraxen kein umfassendes QM-System, bislang keine überregionale Bedeutung
HPQf Qualitätsbericht/Validierung orientiert am QM-System der KV Westfalen-Lippe kein umfassendes QM-System, bislang keine überregionale Bedeutung
QEPg Zertifizierung mittelfristig überregionale Bedeutung, Ausrichtung nach KV-Praxen ggf. zusätzliche "Abhängigkeit" von KV, Durchdringungsgrad noch unklar

a European Foundation for Quality Management/European Quality Award; b Total Quality Management, c DIN: Deutsches Institut für Normen, EN: Europäische Norm, ISO: International Organization for Standardization, d Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus, e Praxis-Qualitätsmanagementsystem der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, f Praxis-Qualitätsmanagementsystem des Hartmannbundes, g Qualität und Entwicklung in (Arzt)praxen

In deutschen Kliniken und Praxen kamen in den vergangenen Jahren langsam zunehmend die Norm DIN ISO 9001 sowie das Modell der European Foundation for Quality Management (EFQM), Brüssel, zur Anwendung. Während die DIN ISO 9001 und das EFQM-Modell europaweit Anwendung finden, haben KTQ, KPQ und HPQ nur eine nationale Bedeutung.


1Stand: Januar 2005

Seite drucken Seite drucken